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2004-73 [2017/07/18 18:55]
admin
2004-73 [2019/03/09 17:42] (aktuell)
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 +* Erläuterungen zum Inventar siehe [[Legende]]
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 +==== Objekt-Nr. 2004-73 ====
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 +===== Johann Andreas Mollenhauer,​ Fulda / D =====
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 +===== 8 Klappen - Flöte in C =====
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 +===== Modell ‚Boehm 1829’ =====
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 +===== Mitte 19. Jhdt =====
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 +[[https://​soundcloud.com/​user-480549779/​85-schubert-mollenhauer-2004-73|{{wiki:​hotteterre.jpg?​100|}}]] ​ KLANGBEISPIEL ​ Franz Schubert (1768 - 1824): An die Musik  (vergleiche Klangbeispiel [[2014SB-74]])
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 +{{ :73-1.jpg |}}
 +{{:​73-2.jpg?​400|}}{{ :​73-6.jpg?​150|}}{{ :​73-5.jpg?​125|}}{{ :​73-3.jpg?​190|}}
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 +**Konstruktion:​** ​ Cocusholz. 3teilig (Mittel- und Herzteil als Korpus zusammen). C-Fuss. Bohrung konisch. Garnituren und Klappen Silber. Klappen mit flachen Deckeln. B- und F-Klappe je mit Zusatzhebel. D3/​E3-Triller (Klappenhebel gebrochen). Säulchenlagerung;​ Säulchen ohne Grundplatte direkt im Holz verankert; geschraubte Achsen. Kopfstück mit Stimmzug; Korkspindel mit Indexstift (Metall).
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 +**Masse:** Lt 66.8 / Ls 58.5 / Dm 17.2 – 10.4 / ML 10.8 x 9.1 / A1 = ca. 445 Hz
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 +**Signatur:​** auf Kopfstück und Korpus / (aufrechter Löwe) / MOLLENHAUER / FULDA / (stilisierte Sonne) /
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 +Etui original ​
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 +|**Zustand:​**| 2| reparierte Risse im Kopfstück und Stimmzug. Gebrochener Hebel der D/​E-Trillerklappe.|
 +|**Spieleigenschaften:​**| 3| leicht in Klang und Ansprache. Intonation gut; Gabelgriffe F und Gis hoch|
 +|**Seltenheit:​**| 3|
 +**Hersteller:​** Johann Andreas Mollenhauer (1798 – 1871) eröffnete nach Lehr- und Wanderjahren 1822 seine eigene Werkstatt für Holzblasinstrumente in seinem Geburtsort Fulda. Bereits 1825 erhielt er den Titel eines Hoflieferanten des Kurfürsten Wilhelm von Hessen. Ab 1864 firmierte er zusammen mit seinen Söhnen Gustav und Thomas (1840 – 1914), welch letzterer von 1862 – 1864 bei Theobald Böhm in München gearbeitet hatte und später die Nachfolge seines Vaters antrat. ​
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 +Das vorliegende ​ Instrument entspricht weitgehend dem ersten Flötenmodell,​ das Theobald Böhm als selbständiger Instrumentenbauer entwickelte,​ für welches er 1829 vom Bayernkönig Maximilian ein ‚Privilegium’ erlangte und welches noch viele Jahre lang von Böhms späterem Partner und Werkstattnachfolger ​ Rudolph Greve (1806 – 1862) erfolgreich gebaut wurde (s. [[2014SB-74]] und [[2014SB-75]]). Mit diesem Modell führte Böhm  u.a. seine Londoner Tournée von 1831 durch, auf welcher er nach der Begegnung mit Charles Nicholson die entscheidenden Impulse zur Entwicklung seiner konischen Ringklappenflöte von 1832 erhielt.- Dass die Firma Mollenhauer das Böhm-Modell 1829 in verschiedenen Varianten herstellte, zeigt ein Vergleich mit dem Instrument [[2018-253]],​ welches in Buchsbaum, mit D-Fuss und Messingklappen in Bocklagerung gebaut wurde.