Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen Revision Vorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
2009-85 [2017/06/13 20:57]
admin
2009-85 [2019/03/09 17:42] (aktuell)
Zeile 1: Zeile 1:
 +* Erläuterungen zum Inventar siehe [[Legende]]
 +
 +==== Objekt-Nr. 2009-85 ====
 +
 +===== Johann Joseph Ziegler, Wien / A =====
 +
 +===== 8 Klappen – Flöte in C =====
 +
 +===== um 1855 =====
 +
 +{{ :85-1.jpg |}}
 +{{:​85-2.jpg?​220|}}{{ :​85-6.jpg?​240|}}{{ :​85-5.jpg?​100|}}{{ :​85-4.jpg?​85|}}{{ :​85-3.jpg?​180|}}
 +
 +**Konstruktion:​** ​ Buchsbaum geflammt. 4teilig. C-Fuss. Bohrung konisch. Garnituren aus Elfenbein. Klappen aus Messing. Zusatzhebel für B. Bocklagerung mit Metallführung. Alle Tonlöcher (ausser Cis und C) metallgefüttert. Kopfstück mit eingelegtem Metallrohr. Stimmzug graduiert; ​ Korkspindel und Indexstift aus Elfenbein. ​
 +
 +**Masse:** Lt 66.5 / Ls 57.3 / Dm 17.3 – 10.7 / ML 11.0 x 10.3 / A1 = ca. 460 Hz bei eingeschobenem Stimmzug
 +
 +**Signatur:​** ​ auf allen Teilen (ausser Kopfstück) / (Habsburger Adler) / I : ZIEGLER / & SOHN / WIEN /
 +
 +|**Zustand:​**| 2| reparierte Risse im Kopfstück (durch Mundloch) und Stimmzug; Mundloch etwas verzogen|
 +|**Spieleigenschaften:​**| 2| heller,​ leichter Klang. Intonation problematisch;​ Quinte D-A zu weit, D3 hoch| 
 +|**Seltenheit:​**| 2|
 +**Hersteller:​** Instrument aus der Werkstatt von Johann Joseph Ziegler sen. (1795 – 1858), ​ der sein Handwerk bei Stephan Koch erlernte (s. [[2012-84]]). Nach seinem Tod führte Sohn Johann Baptist jun. (1824 – 1879), nach dessen Ableben frühere Angestellte den Betrieb bis 1895 weiter. Die Zieglerschen Blasinstrumente - nebst Flöten auch Klarinetten und Fagotte – genossen Weltruhm. ​ Als ‚Ziegler-System’ waren sie Vorbild für viele Nachahmungen,​ insbesondere in Italien, und sollen dank ihrer Qualitäten lange Zeit die Akzeptanz des Böhm-Systems verzögert haben.
 +
 +Die Ziegler-Flöten sind typische Vertreter des spezifischen Wiener Stils, welchen die Werkstätten von Stephan Koch und Johann J. Ziegler ​ entwickelt hatten. In Anlehnung an Richard Potters Instrumente (siehe z.B. [[2009-68]]) weisen sie ein metallgefüttertes Kopfstück, einen graduierten Stimmzug und Zinnpolster auf – letztere fehlen allerdings beim vorliegenden Instrument. Weitere Merkmale sind die konische Bohrung mit starker Steigung und - zumindest bei den besseren Instrumenten – die Muschel-förmig verzierten Klappendeckel sowie die metallgefütterten Tonlöcher und Lagerböcke ( s. [[2014SB-88]] und [[2014SB-87]]). ​