* Erläuterungen zum Inventar siehe Legende

Objekt-Nr. 2010-106

Konstruktion: Cocusholz. 3teilig (Mittel- und Herzteil zu Korpus zusammengefasst). C-Fuss. Bohrung zylindrisch, Kopfteil ‘parabolisch’ (Konzept nach Böhm). Garnituren und Klappen aus Neusilber; Klappen am Korpus einzelstehend, am Fussteil an zentraler Achse angeordnet. Kopfstück mit eingelegtem Metallrohr; ohne Korkspindel und ohne Stimmzug. Grifflöcher gross (‘Nicholson – Style’).

Masse: Lt 65.0 / Ls 57.3 / DM 18.5 / ML 12.0 x 10.5 / A1 = ca. 460 Hz

Signatur: auf Kopfstück und Fussteil / (Krone) / RUDALL / CARTE & CO / LONDON /. Auf Korpus / (Krone) / RUDALL / CARTE & CO / 23 BERNERS STREET / OXFORD STREET / LONDON / 7133 /

Etui original

Zustand: 3
Spieleigenschaften: 3 starker Klang. Intonation gut
Seltenheit: 2 Noch bis ins erste Viertel des 20. Jhdt bot die Firma Rudall Carte & Co. unter der Bezeichnung ‘Concert Flute’ die traditionelle 8 Klappen - Flöte an, allerdings mit zylindrischer Bohrung und ‘parabolischem’ Kopfstück nach Böhm.

Hersteller: George Rudall (1781 – 1871) war Schüler von Charles Nicholson und liess sich 1820 als Flötenpädagoge und –händler in London nieder. 1821 schloss er eine Partnerschaft mit dem Flötenbauer John Mitchell Rose (1793 – 1866). Die Firma Rudall & Rose produzierte bis 1852 Flöten von höchster Qualität und nach jeweils neuestem Konzept: 1832 Entwicklung des 'Patent Head' (2014SB-65); ab ca. 1843 Bau von Theobald Boehms konischem ‚Modell 1832‘ (2008-110); 1847 Baulizenz für Boehms zylindrisches ‘Modell 1847‘ (2014SB-155; 2009-156; 2009-157). Um 1850 stiess der Flötist und innovative Manager Richard Carte (1808 – 1891) zu Rudall & Rose, wurde ab 1852 Teilhaber der Firma Rudall, Rose & Carte und ab 1856 alleiniger Inhaber (Rudall Carte & Co). Unter Richard Carte entwickelte und produzierte die Firma zahlreiche ‚hybride‘ Flötenmodelle: z.B. Patent 1851 2005-158; Patent 1867 2005-159; Radcliff 2010-160; Rockstro 2009-157; Guard 2009-161; Concert Flute 2010-106). Diese Systeme übernahmen einerseits Eigenschaften des Böhm-Modells von 1847 (Bohrung, Position und Grösse der Tonlöcher, etc.), andererseits behielten sie in der Klappenmechanik die herkömmlichen Fingergriffe in unterschiedlicher Konsequenz bei.

Das Instrument Nr. 7133 wurde bei RC von Mr. Holland gebaut und am 20.12.1893 ausgeliefert (Auskunft von Robert Bigio, London gemäss den RC-Werkbüchern). Siehe auch Abbildung in: Robert Bigio, Rudall, Rose & Carte – the Art of the Flute in Britain, London 2011 (S. 173).

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