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2010-106 [2017/06/13 21:07]
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2010-106 [2019/03/09 17:42] (aktuell)
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 +* Erläuterungen zum Inventar siehe [[Legende]]
  
 +==== Objekt-Nr. 2010-106 ====
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 +===== Rudall Carte & Co., London ​  / GB =====
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 +===== 8 Klappen - Flöte in C =====
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 +===== Modell ‘Concert Flute’ =====
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 +===== 1893 =====
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 +{{ :106-1.jpg |}}
 +{{:​106-2.jpg?​350|}}{{ :​106-4.jpg?​130|}}{{ :​106-3.jpg?​250|}}
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 +**Konstruktion:​** ​ Cocusholz. 3teilig (Mittel- und Herzteil zu Korpus zusammengefasst). C-Fuss. Bohrung zylindrisch,​ Kopfteil ‘parabolisch’ (Konzept nach Böhm). Garnituren und Klappen aus Neusilber; Klappen am Korpus einzelstehend,​ am Fussteil an zentraler Achse angeordnet. Kopfstück mit eingelegtem Metallrohr; ohne Korkspindel und ohne Stimmzug. Grifflöcher gross (‘Nicholson – Style’). ​
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 +**Masse:** Lt 65.0 / Ls 57.3 / DM 18.5 / ML 12.0 x 10.5  / A1 = ca. 460 Hz
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 +**Signatur:​** auf Kopfstück und Fussteil / (Krone) / RUDALL / CARTE & CO / LONDON /. Auf Korpus / (Krone) / RUDALL / CARTE & CO / 23 BERNERS STREET / OXFORD STREET / LONDON / 7133 /
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 +Etui original
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 +|**Zustand:​**| 3|
 +|**Spieleigenschaften:​**| 3| starker Klang. Intonation gut|
 +|**Seltenheit:​**| 2| Noch bis ins erste Viertel des 20. Jhdt bot die Firma Rudall Carte & Co. unter der Bezeichnung ‘Concert Flute’ die traditionelle 8 Klappen - Flöte an, allerdings mit zylindrischer Bohrung und ‘parabolischem’ Kopfstück nach Böhm.|
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 +**Hersteller:​** George Rudall (1781 – 1871) war Schüler von Charles Nicholson und liess sich 1820 als Flötenpädagoge und –händler in London nieder. 1821 schloss er eine Partnerschaft mit dem Flötenbauer John Mitchell Rose (1793 – 1866). Die Firma Rudall & Rose produzierte bis 1852 Flöten von höchster Qualität und nach jeweils neuestem Konzept: 1832 Entwicklung des '​Patent Head' ([[2014SB-65]]);​ ab ca. 1843 Bau von Theobald Boehms konischem ‚Modell 1832‘ ([[2008-110]]);​ 1847 Baulizenz für Boehms zylindrisches ‘Modell 1847‘ ([[2014SB-155]];​ [[2009-156]];​ [[2009-157]]). Um 1850 stiess der Flötist und innovative ​ Manager Richard Carte (1808 – 1891) zu Rudall & Rose, wurde ab 1852 Teilhaber der Firma Rudall, Rose & Carte und ab 1856 alleiniger Inhaber (Rudall Carte & Co). Unter Richard Carte entwickelte und produzierte die Firma zahlreiche ‚hybride‘ Flötenmodelle:​ z.B. Patent 1851 [[2005-158]];​ Patent 1867 [[2005-159]];​ Radcliff [[2010-160]];​ Rockstro [[2009-157]];​ Guard [[2009-161]];​ Concert Flute [[2010-106]]). Diese Systeme übernahmen einerseits Eigenschaften des Böhm-Modells von 1847 (Bohrung, Position und Grösse der Tonlöcher, etc.), andererseits behielten sie in der Klappenmechanik die herkömmlichen Fingergriffe in unterschiedlicher Konsequenz bei.
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 +Das Instrument Nr. 7133 wurde bei RC von Mr. Holland gebaut und am 20.12.1893 ausgeliefert (Auskunft von Robert Bigio, London gemäss den RC-Werkbüchern). Siehe auch  Abbildung in: Robert Bigio, ​ Rudall, Rose & Carte – the Art of the Flute in Britain, London 2011 (S. 173).