* Erläuterungen zum Inventar siehe Legende

Objekt-Nr. 2012-170

Jim Schmidt, Sanger, CA /USA

Zylindrische Flöte in C, Silber, Nr. 1C

‚Linear Fingering System‘

1987

Konstruktion: Silber. 2teilig (Kopfstück und Korpus). Zylindrische Bohrung. Kopfstück aussergewöhnlich lang (25 cm). 16 Tonlöcher, bis H reichend; 16 Klappen, davon 6 mit perforiertem Klappendeckel; alle Klappen offenstehend. Spezielle Polster aus synthetischem Wildleder (Ultrasuede) und Polyester-Folie (Mylar). Zwei demontable Handstützen.

Masse: Lt 70.5 / Ls 64.0 / Dm 18.7 / ML 11.7 x 10.0 / A1 = ca. 444 Hz

Signatur: auf Kopfstück und Korpusende / (Signet) / JS /. Auf Kopfstück oben Rückseite / 1C (Serien-Nummer?) /.

Etui original (gefüttertes Aluminiumrohr für unzerlegtes Instrument; Schulterriemen)

Zustand: 3
Spieleigenschaften: 3 = starker, gleichmässiger Klang. Erfordert eigene Griffe
Seltenheit: 3 = bisher (2012) erst 7 Exemplare gebaut

Hersteller: Jim Schmidt ist ein innovativer Instrumentenbauer in Kalifornien, der sich in den letzten 25 Jahren u.a. der Entwicklung von neuartigen Klappensystemen bei Saxophon und Flöte gewidmet hat. Seine Instrumente folgen einem linearen, chromatischen Griffsystem, d.h. jedes Tonloch entspricht einem Halbton. Dies erfordert (zumindest in den ersten beiden Oktaven) keine Gabelgriffe. Die wichtigsten Vorteile gegenüber dem Böhm-System sind - nach Schmidt - eine leichter erfassbare Grifflogik, eine verbesserte Ergonomie und der Verzicht auf zahlreiche Zusatzklappen. Im Gegensatz zur ebenfalls chromatischen Giorgi-Flöte, welche eine radikale Vereinfachung der Mechanik anstrebte (s. 2010-169), erfordert Schmidt’s 'Linear Fingering System' eine aufwändige und teilweise höchst unkonventionelle Klappen-Konstruktion. Da der rechte Daumen zur Bedienung der G-Klappe benötigt wird, stellen sich – wie bei der Giorgi-Flöte – Probleme bei der Stützung des Instrumentes. – Das vorliegende, sehr sorgfältig gebaute Instrument ist nach Auskunft von Jim Schmidt das erste voll entwickelte Exemplar seines 'Linear Fingering System'. Bis 2012 baute er insgesamt sieben Flöten nach diesem Konzept.

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