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2013-70 [2017/03/04 09:54]
admin
2013-70 [2019/03/09 17:42] (aktuell)
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 +* Erläuterungen zum Inventar siehe [[Legende]]
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 +==== Objekt-Nr. 2013-70 ====
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 +===== Monzani & Co., London / GB =====
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 +===== 11 Klappen - Flöte in C =====
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 +===== 1827 =====
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 +[[https://​soundcloud.com/​user-480549779/​88-monzani-monzanli-11kl-2013-70|{{wiki:​hotteterre.jpg?​100|}}]] ​ KLANGBEISPIEL ​ Teobaldo Monzani (1762 - 1839): aus Seven Studies for the Flute: French Air with Variations, Allegretto
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 +{{ :70-1.jpg |}}
 +{{:​70-2.jpg?​300|}}{{ :​70-9.jpg?​120|}}{{ :​70-7.jpg?​80|}}{{ :​70-5.jpg?​80|}}{{ :​70-3.jpg?​200|}} ​  
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 +**Konstruktion:​** ​ Cocus-Holz. 3teilig (Herz- und Fussteil zusammen). H-Fuss. Bohrung konisch. Garnituren und Klappen aus Silber. Bocklagerung. Zusatzhebel für B; kurz und lang F; D/​E-Triller. Kopfstück mit Stimmzug, dieser mit Zapfen; kurzes eingelegtes Messingrohr. Korkspindel mit Indexstift aus Silber. Mundloch (fast kreisrund) in Silber gefasst. Breite Zierstreifen aus Silber; zahlreiche Silberstempel. Alle Klappendeckel (ausser Fussteil) mit Krone verziert, gerändelt, justierbar. Cis / C / H mit Zinnpolstern;​ restliche Klappen mit Lederpolstern,​ mit Schraube an Klappendeckel befestigt.
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 +**Masse:** Lt 75.0 / Ls 61.5 / Dm 18.5 – 11.0 / ML 9.6 x 9.3 / A1 = ca. 435 Hz
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 +**Signatur:​** auf Kopfstück, Stimmzug und Herzteil / (Krone) / MONZANI & Co. / zusätzlich am Fussende / (Krone) / PATENT /. Auf Mittelteil / (Krone) / MONZANI & Co. / 28, REGENT STt. / PICCADILLY / LONDON / 2708 / 
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 +|**Zustand:​**| 2| reparierte Risse im Kopfstück und Stimmzug. Fehlender Klappenhebel Lang F ergänzt.|
 +|**Spieleigenschaften:​**| 3| heller,​ angenehmer Klang. Relativ gute Intonation, doch B und Es sehr tief, Fis3 nur spielbar mit Griff XOO/XXoO/o oder XOOo/XXO/o|
 +|**Seltenheit:​**| 3|
 +**Hersteller:​** Der Veroneser Teobaldo Monzani (1762 – 1839) kam 1785 nach London, wo er vorerst als Flötist solistisch und in verschiedenen Orchestern tätig war. Ab 1787 war er verlegerisch,​ ab 1800 auch als Flötenbauer aktiv. 1808 ging er eine Partnerschaft mit dem Instrumentenbauer Henry Hill (1781 – 1839) ein, mit welchem er unter dem Namen Monzani & Co. bis zu seinem geschäftlichen Rückzug 1829 erstklassige Flöten, Flageoletts und Klarinetten herstellte. Unter dem Namen ‚Hill, late Monzani &  Co.‘ führte Henry Hill - und nach seinem Tod sein gleichnamiger Sohn - das erfolgreiche Unternehmen noch bis 1845 weiter.
 +Die Flöten von Monzani und Hill unterscheiden sich von anderen englischen Instrumenten ihrer Zeit (s. z.B. Clementi ([[2009-66]]),​ Prowse ([[2006-67]]),​ Rudall Rose ([[2014SB-65]]) u.a.) in einer ganzen Reihe von Eigenheiten. So zeichnen sie sich durch einen nicht sehr starken, dafür warmen und in der Höhe flexiblen Klang aus; das Kopfstück ist nur teilweise mit Metallrohr ausgekleidet und die Fingerlöcher sind von mässiger Grösse – alles eher ‚französische‘ Eigenschaften. Die mit Schräubchen am gerändelten Klappendeckel fixierten Polster sowie das geradlinige äussere Design sind weitere Charakteristika dieser zu ihrer Zeit sehr gesuchten Instrumente.
 +Monzani und Hill waren die ersten Flötenbauer,​ die ihre Instrumente individuell nummerierten. Aufgrund seiner Nummer 2708 und der Silberstempel kann das vorliegende Instrument auf das Jahr 1827 datiert werden*.
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 +*Kreitzer, Amy. "​Serial Numbers and Hallmarks on Flutes from the Workshop of Monzani & Hill"​. ​     The Galpin Society Journal 48 (1995): 168-180.)
  
  • (Externe Bearbeitung)