* Erläuterungen zum Inventar siehe Legende

Objekt-Nr. 2014SB-164 D

Jérome Thibouville – Lamy, London / GB

Zylindrische Flöte in C, Holz

Typus ‚Old System‘

um 1900

Konstruktion: Grenadill. C-Fuss. Kopfstück ohne eingelegtes Metallrohr. Klappen und Mechanik Neusilber. 14 Klappen an Achsen: 8 offenstehend, 6 geschlossen stehend (C2, B1, Gis, F lang und F kurz, Dis).

Masse: Lt 65.7 / Ls 57.0 / Dm 19.0 / ML 12.8 x 10.6 / A1 = ? Hz

Signatur: auf Kopfstück / (Lyra in Strahlenkranz) / JTL / JEROME / THIBOUVILLE LAMY / WATERHOUSE (?) STREET / LONDON /. Auf Korpus und Fussteil / (Lyra im Strahlenkranz) / JTL /.

Zustand: 1 = Alte, z.T. fehlende Polster. Kopfteil mit offenem Riss, grob repariertem altem Riss und anderen Reparaturen
Spieleigenschaften: 1
Seltenheit: 2

Hersteller: Als erstes ‚Hybrid-Modell‘, das die Vorzüge des Böhm-Systems - u.a. starker und homogener Klang; verbesserte Intonation - mit der gewohnten Griffweise der bisherigen konischen Mehrklappenflöten verband, entwickelte Richard Carte um 1851 sein ‚Old System‘ Modell. Er versah das zylindrische Rohr mit grossen und akustisch korrekt positionierten Tonlöchern und mit einer Klappenmechanik, welche durch eine Kombination von offenstehenden und geschlossenen Klappen die herkömmlichen Griffe weitgehend bewahrte. Diese ‚Old System’-Flöten waren in England sehr populär und wurden neben Rudall Carte & Co. auch von zahlreichen anderen Firmen produziert.

Louis Emile Jérome Thibouville – Lamy (1833 – 1902) entstammte einer weitverzweigten Instrumentenbauer-Dynastie, welche Werkstätten und Fabriken u.a. in Paris, La Couture, Mirecourt, Grenelle und Ivry-la-Bataille betrieben. Jérome Thibouville produzierte ab 1866 unter eigenem Namen und gründete oder übernahm zahlreiche Firmen, so u.a. 1880 in London. Um 1885 beschäftigte das Unternehmen Jérome Thibouville - Lamy nach eigenen Angaben rund 1'000 Mitarbeiter und produzierte neben Holz- und Blechblasinstrumenten auch Streichinstrumente, Orgeln und Musikautomaten.

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