Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

fr:2010-169 [2019/03/27 16:19] (aktuell)
admin angelegt
Zeile 1: Zeile 1:
 +* Erläuterungen zum Inventar siehe [[Legende]]
  
 +==== Objekt-Nr. 2010-169 ====
 +
 +===== Joseph Wallis & Son, Ltd., London ​   / GB =====
 +
 +===== Zylindrische Flöte in C, Ebonite =====
 +
 +===== System Giorgi =====
 + 
 +===== um 1900 =====
 +
 +{{ :169-4.jpg |}}
 +{{ :​169-1.jpg?​70|}}{{ :​169-2.jpg?​100|}}{{ :​169-3.jpg?​90|}}
 +
 +**Konstruktion:​** Ebonite. 1teilig. Zylindrisches Rohr mit 11 Tonlöchern von meist ähnlicher Grösse; davon zwei mit Klappen (lH 1; rH 4) aus Neusilber. Kopfstück mit Stimmzug. Für vertikale Spielhaltung konzipiert.
 +
 +**Masse:** Lt 52.3 / Ls 51.8 / Dm 19.0 / ML 12.0 x 10.6 / A1 = ca. 452 Hz
 +
 +**Signatur:​** auf Rohr / JOSEPH ​ WALLIS & SON. Ltd. / GIORGI ​ PATENT / LONDON /. Auf Kopfstück ​ / (vorn) PATENT / (beidseitig seitlich, kursiv) /  E.T. GIORGI /. WALLIS /.
 + 
 +Etui original
 +
 +|**Zustand:​**| 3| ​  ​Polster alt|
 +|**Spieleigenschaften:​**| 3| ​  ​starker,​ etwas steifer Klang. Erfordert eigene Griffe|
 +|**Seltenheit:​**| 3|
 +**Hersteller:​** ​ Carlo Tommaso Giorgi (1856 – 1953) war ein italienischer Flötist, Akustiker und Geschäftsmann,​ der seine klappenlose,​ mit 11 Tonlöchern versehene und in vertikaler Haltung ​ zu spielende Flöte erstmals 1888 in Italien patentieren liess. Giorgis Absicht war, eine in allen Lagen und Tonarten rein und ausgeglichen klingende, jedoch von mechanischen Komplikationen (sprich: Klappen) befreite Flöte zu schaffen – eine Idee, die unter Flötenbauern bereits in früheren Jahren immer wieder aufgekommen war (z.B. H. W. Pottgiesser;​ John Clinton). Blasloch und Mundplatte entsprechen mehr oder weniger einer herkömmlichen Querflöte, doch fehlt ein Luftraum zwischen Blasloch und Stopper (Stimmkorken). Stattdessen besteht beim Kopfstück der Giorgi-Flöte gegenüber dem Mundloch ein erweiterter Hohlraum ​ (resounding-chamber),​ der ein Überblasen in die zweite und dritte Oktave ermöglicht,​ ohne dass hierzu Griffänderungen nötig wären. Jedes der 11 Grifflöcher entspricht einem Halbton der Oktave; zu ihrer Abdeckung werden alle 10 Finger (inkl. beide Daumen) und zudem das oberste Glied des linken Zeigefingers benötigt. Um die akustisch korrekt platzierten Tonlöcher überhaupt greifen zu können, sind sie teilweise versetzt und – nach Wunsch – mit unterschiedlich vielen offenstehenden Klappen versehen. Trotzdem bleibt das Spielen der Giorgi-Flöte fingertechnisch schwierig, was dem an sich interessanten Konzept einen durchschlagenden Erfolg verwehrte.
  • von admin